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Der Schlüssel zu besserer Bildung

Frau im Rollstuhl. Dahinter die Gebäude der Wirtschaftsuniversität Wien.

©Privat

Carolina C. studiert Wirtschaftsrecht. Sie ist Rollstuhlfahrerin und nutzt Persönliche Assistenz schon seit ihrem zehnten Lebensjahr. Zuerst in der Schule und jetzt für das Studium und im restlichen Alltag. Neben dem Studium hat sie auch schon Berufserfahrung in Praktika gesammelt.

PAA im Universitätsalltag

„Der Unialltag wäre ohne PAA nicht zu bewältigen. „Die Persönliche Assistentin begleitet mich bei dem Hin- und Rückweg zur Uni. Sie hilft mir bei Handreichungen wie beispielsweise die Bücher aufzuschlagen, Stifte zu öffnen etc. Außerdem schreibt sie in Vorlesungen manchmal für mich mit.“, erzählt die Studentin.

Damit ist Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz (PAA) der Schlüssel zu mehr Bildung und besseren Chancen am Arbeitsmarkt. „Sie ermöglicht mir den Besuch einer Universität und somit eine bessere Ausbildung.“, schildert Carolina C. Ein selbstbestimmter Unialltag wird durch PAA Realität.

Doch es läuft nicht immer alles wie am Schnürchen, erzählt sie. „Die Herausforderung des Studierens mit PAA ist ein verlässliches und eingespieltes Assistenzteam zu haben, falls es z.B. zu einem kurzfristigen, krankheitsbedingten Ausfall kommt. Dann muss eine Persönliche Assistentin einspringen. Damit ich keine Vorlesungen oder Prüfungen versäume. Außerdem bedarf es auf meiner Uni eines Genehmigungsprozesses, damit die Persönliche Assistenz bei Prüfungen anwesend sein darf.„

Leben gestalten

Ohne PAA würde sich der Lebensweg von Carolina C. völlig anders gestalten (müssen). „Ohne der PAA wäre es mir nicht möglich zu studieren und ein selbständiges Leben zu führen.“, macht sie klar. Die junge Frau nutzt neben der PAA für das Studium auch Persönliche Assistenz über die Pflegegeld-Ergänzungsleistung des Fonds Soziales Wien. Damit kann sie auch ihren Freizeitaktivitäten mit Persönlicher Assistenz nachgehen und selbstbestimmt gestalten. „Ich bin begeisterte E-Rolli Fußball Spielerin und war schon mit dem Nationalteam international unterwegs. Außerdem besuche ich gerne Konzerte, gehe oft ins Kino und treffe meine Freunde.“ Sie hat auch vor mit Persönlicher Assistenz neue Länder und Städte zu erkunden. Ihr Plan für ihre Zukunft ist der Wunsch alleine mit Hilfe von Persönlicher Assistenz in einer eigenen Wohnung leben zu können.

Jung und selbstbestimmt

„Zukünftig soll es Menschen mit Behinderung österreichweit möglich sein, je nach Bedarf ein ausreichendes Maß von Stunden für Persönliche Assistenz zu bekommen. Sodass es ausreichend Persönliche Assistenz gibt, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“, wünscht sich Carolina C. In der Freizeit reichen oft die bewilligten Stunden nicht aus, erklärt sie. Aus eigener Erfahrung kann sie berichten, dass es wichtig wäre, dass ganzheitliche Persönliche Assistenz nicht erst ab 18 Jahren möglich ist. Damit auch junge Menschen mit Freund_innen und Schulkolleg_innen ohne Eltern etwas unternehmen können.