Arbeiten als PA

Wir holen unsere Mitarbeiter_innen vor den Vorhang. Sie unterstützen täglich, in der Arbeit, am Wochenende und manchmal auch nachts unsere Kund_innen bei einem selbstbestimmten Leben. Warum sich Menschen für diesen Job entscheiden, was Frau oder Mann als Persönliche_r Assistent_in den ganzen Tag so tut und wer hinter dieser Arbeit steckt, erzählen unsere Mitarbeiter_innen hier.

Persönliche Assistenz vereint viele Berufe

Lächelnder Mann mit kurzem, dunklem Haar.

©Privat

Thomas Luger liebt Sport und wird von seiner Familie der „Heimwerker-King“ genannt. Seine Leidenschaften lassen sich perfekt mit der Arbeit als Persönlicher Assistent kombinieren. Seit Mai arbeitet er hauptberuflich bei der WAG.

„Die Arbeit ist sehr vielfältig. Ich erledige kleine Reparaturen im Haus, helfe im Garten, wir kochen, gehen einkaufen und machen Sport. Ich helfe bei der Körperhygiene, unterstütze beim Essen und Bürotätigkeiten.“, erzählt der zweifache Familienvater aus seinem Arbeitsalltag. Für ihn ist die Zusammenarbeit mit seinem Kunden perfekt. Er kann mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, weil sein Kunde gerne Sport betreibt und er damit in der Arbeit das Nützliche mit dem Praktischen vereinbaren kann. Außerdem sind die Dienstzeiten flexibel.

Vielfältig und erfüllend

Thomas Luger schätzt auch, dass er viele Berufsgruppen, die ihm Spaß machen, in der Persönlichen Assistenz vereinen kann. Das ist z.B. Handwerk, Büroarbeit, Soziale Arbeit. „Und damit helfe ich einem Menschen ein normales Leben zu führen, ohne dass es um den Profit geht“, stellt er fest. „Wenn ich morgens in die Arbeit fahre, fühlt es sich gar nicht so an. Es ist fast so als würde ich zu einem Freund fahren. Die Arbeiten kann ich mir dort nach Absprache mit meinem Kunden einteilen und ich bekomme viel Wertschätzung dafür.“ schildert er weiter.

Privat koch der Persönliche Assistent gerne frisch, mag Reisen und liebt Fußball, Radfahren und Laufen. Da die Interessen des Kunden ähnlich gelagert sind, bleibt ihm mehr Zeit mit seinen zwei Kindern. Ihm macht die Arbeit viel Spaß. Danach ist er „total relaxed“, wie er sagt.

Tipps für Berufseinsteiger_innen

 „Sprich offen und ehrlich Sachen an die dich stören und wenn du einen Kunden annimmst, sei dir  sicher, dass du mit Freude zu ihm fährst.“, empfhielt er Neulingen im Job. Flexibilität, Verständnis für die Bedürfnisse anderer und einen offenen Umgang mit Menschen mit Behinderungen nennt er als wichtige Grundeigenschaften für die Arbeit als Persönliche_r Assistent_in.

Job mit sichtbarem Erfolg garantiert

 

Frau mit dunklem, lockigem Haar.

©Privat

Als Valentina Novak vor zwei Jahren über ein Inserat auf die Arbeit als Persönliche Assistentin gestoßen ist, wusste sie nichts über diesen Beruf. Sie dachte sich: „Ich versuche es einmal.“ Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitet sie jetzt vollzeit als Persönliche Assistentin bei der WAG.

Das Besondere an dieser Arbeit ist …

„Was die Arbeit als Persönliche Assistenz für mich vor allem ausmacht, ist, dass es eine sehr persönliche Arbeit ist. Oft ist man bei Menschen zu Hause, hilft ihnen morgens aus dem Bett, lernt Gewohnheiten und Eigenheiten kennen, begleitet im Arbeitsleben, in der Freizeit oder Ausbildung und bekommt dabei Einblicke in viele Lebensbereiche.“, erzählt sie. Sie begleitet ihre Kund_innen auf Freizeit- oder Arbeitswegen, schreibt in Vorlesungen mit, kocht, tippt am PC oder unterstützt bei der Körperpflege.

Valentina Novak schätzt es, dass die Tätigkeit sehr praktisch ist und dass der Effekt sofort sichtbar und spürbar ist. „Ich mag die enge Zusammenarbeit und den direkten Kontakt mit Menschen und schätze es, Einblicke in die Lebensrealitäten unterschiedlichster Menschen zu bekommen.“, schildert die Assistentin. Neben ihrer Arbeit bei Stammkund_innen übernimmt sie auch Vertretungsdienste. Deshalb hat Valentina Novak schon viele Menschen kennengelernt. Diese Begegnungen sind für die junge Frau wertvolle Erfahrungen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Persönliche Assistentin für das Thema „Leben mit Behinderung“ sensibilisiert wurde, denn als Persönliche Assistentin erlebt man fast täglich mit, wo es in der Gesellschaft noch Barrieren gibt.

Eine ganz besondere Erfahrung machte Frau Novak bei einem Vertretungsdienst. „Ich durfte einen blinden Kunden dabei begleiten, ein ebenfalls blindes bzw. sehbehindertes Paar, das zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus der Ukraine geflüchtet war, in Wien zusammenzuführen. Dieses Erlebnis möchte ich nicht missen.“, berichtet sie.

Flexibilität gefragt

Schwierig an der Arbeit als Persönliche Assistenz empfindet sie unvorhersehbare Ereignisse. Wenn z.B. der Lift in einem Wohnhaus nicht funktioniert oder eine Kundin krank wird. Dienste fallen daher manchmal kurzfristig aus oder müssen verkürzt werden. Hier muss man sehr flexibel bleiben.

Andrerseits bringt die eigene Flexibilität auch das Entgegenkommen von Kund_innen und Freiheiten in der Dienstplangestaltung. Die Familie und viele Freund_innen von Valentina Novak leben in Deutschland. Deshalb ist es für sie wichtig, dass sie immer wieder dorthin reisen kann. Darauf kann bei Diensplanbesprechungen Rücksicht genommen werden. Und sie kann somit ihre Kontakte pflegen.

Tipps für neue Kolleg_innen:

Es sei hilfreich, möglichst viel zu kommunizieren und Unstimmigkeiten gleich anzusprechen. „Vieles lässt sich so schnell aus der Welt schaffen.“, zeigt ihre Erfahrung.

„Wichtig ist sicher, sich immer wieder daran zu erinnern, dass es darum geht, Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Auch wenn man selbst Dinge manchmal anders tun würde,“ rät sie jungen Kolleg_innen. „Es geht immer darum, die Wünsche und Vorstellungen der Kund_innen umzusetzen.

Einblicke: Persönliche Assistenz – Der perfekte Nebenjob mit Sinn

Mann mit kurzem, dunklem Haar

©Privat

Josef Molnar arbeitet bereits seit 3 Jahren als Persönlicher Assistent. „Für mich war es immer klar, dass ich anderen Menschen helfen will und habe deswegen aktiv nach so einer Chance gesucht. Dann bin ich über ein Inserat im Internet auf die WAG aufmerksam geworden.“, erzählt er.

„Mein beruflicher Alltag besteht aus Kochen, Putzen, Waschen, Zuhören, Reden, Lachen, Weinen, Lernen, Wachsen, Arbeiten, Spielen, Ausgehen, Rollstuhlrampen bauen und was man halt sonst noch so macht.“, beschreibt der Student.

Belohnende Selbstverständlichkeiten

Besonders an seiner Arbeit findet Josef Molnar, dass er Menschen bei alltäglichen Dingen hilft, die diese nicht (mehr) können. Das schafft Selbstverständlichkeit, die er als sehr belohnend empfindet. Daneben hat man die Chance, mit Menschen zusammenzuarbeiten  und neue Lebensrealitäten kennenzulernen. Daran könne er wachsen, resümiert er über seine Tätigkeit.

Praktisch ist die dieser Job für ihn besonders wegen der guten Vereinbarkeit mit dem Studium und seinem intensiven Hobby. Denn Josef Molnar beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit Audioproduktionen. Vom Hörspiel über Podcast bis zum Livemitschnitt. Dabei lobt er die Bemühungen der Kund_innen und die Flexibilität der WAG, die das möglich machen. 

Vielfältige Perspektiven und Tätigkeiten

„An meiner Arbeit schätze ich den direkten und teilweise sehr belohnenden Kontakt mit Menschen, die Vielfältigkeit hinsichtlich der Tätigkeiten, Perspektiven und Individuen, mit denen ich konfrontiert werde und die Wertschätzung, die mir entgegengebracht wird.“, macht der Persönliche Assistent klar. Als besonders wird ihm im Gedächtnis bleiben, als eine Kundin nach 15 Jahren erstmals ihren Balkon befahren konnte – „ein Theater!“

Wer sich auf diesen Beruf einlässt, sollte versuchen, die Welt aus anderen Perspektiven zu sehen.  Auch andere ernst zu nehmen und sich selbst, doch nicht zu sehr, wie eine guter Tipp, meint er. Ganz grundsätzlich empfiehlt er „Schätzt das Leben und die Vielfalt!“