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Persönliche Assistenz weiterdenken am “Tag der Inklusion“

Porträt von Herberg Pichler

Am 5. Mai ist „Tag der Inklusion“. Die WAG – Assistenzgenossenschaft setzt sich täglich dafür ein, dass Persönliche Assistenz in Österreich für alle behinderten Menschen nutzbar wird. Auch Herbert Pichler, Präsident des Österreichischen Behindertenrates sieht diese Notwendigkeit. Wie unser Gespräch mit ihm zeigt:

Persönliche Assistenz muss unabhängig vom Wohnort sein

Dass es nicht einerlei ist, in welchem Bundesland ein behinderter Mensch lebt, stellt man spätestens fest, wenn man umzieht. Dann sind die Voraussetzungen für Persönliche Assistenz nämlich völlig neu geregelt. Herbert Pichler hält es im Sinne der UN Behindertenrechtskonvention für einen notwendigen Schritt, dass behinderte Menschen in Österreich selbst entscheiden können, wo und wie sie leben, welche Schule sie besuchen oder welchen Hobbies sie nachgehen.

Finanzierung muss gesichert sein

„Das totschlag-Argument sind von offizieller Seite die Kosten. Deshalb treten wir für einen Inklusionsfonds nach Vorbild des Pflegefonds ein. Der Inklusionsfonds soll ebenfalls 400 Mio EUR umfassen und von Bund und Ländern finanziert werden.“, erklärt Pichler.“ Sämtliche Unterstützungsleistungen wie Hilfsmittel, Persönliche Assistenz, der Behindertensport oder auch das Pflegegeld, das besser Inklusionsgeld heißen sollte, würde dann aus diesem Fonds finanziert werden“, macht der Präsident des Behindertenrates deutlich.

Informationsfluss muss vereinfacht werden

Pichler weist darauf hin, dass behinderte Menschen, die Personengruppe darstellen, die am meisten von einer Querschnittmaterie betroffen sind. Deshalb müssen viele verschiedene Anlaufstellen kontaktiert werden, um an wichtige Informationen zu gelangen. Das erschwert das Leben ungemein. Der Inklusionsfonds sollte die einzige Anlaufstelle sein und vom Sozialministeriumservice verwaltet werden. Besonders wichtig ist ihm, dass durch den Inklusionsfonds eine bundeseinheitliche und bedarfsgerechte Persönliche Assistenz für alle Menschen mit Behinderungen geboten werden soll. Er weist auch darauf hin, dass die Zahl von behinderten Menschen steige. Der letzte Mikrozensus zeige, dass rund 20 % der Bevölkerung von einer Behinderung betroffen sind. Psychische Behinderungen seien dabei ein wesentlicher Faktor.

UN-Behindertenrechtskonvention muss umgesetzt werden

Die WAG – Assistenzgenossenschaft schließt sich den Forderungen von Herbert Pichler und dem Österreichischen Behindertenrat an. Jasna Puskaric, geschäftsführender Vorstand der WAG – Assistenzgenossenschaft, weist darauf hin, dass wir bedarfsgerechte und bundeseinheitliche Persönliche Assistenz brauchen, damit aus einer eingeschränkten Teilhabe an der Gesellschaft eine Ganzhabe wird.“