Persönliche Assistenz ...zum Leben, lieben und Arbeiten!
Leben mit Behinderung bedeutet meist, Hilfen im Alltag zu brauchen.
Persönliche Assistenz ist eine Möglichkeit, die Hilfen so zu bekommen, wo, wie, wann und von wem man sie braucht.
Damit ist es Menschen mit Behinderung möglich, gleichberechtigt und selbstbestimmt am Leben teilzunehmen und so zu leben wie alle anderen auch.
In ihren eigenen Wohnungen, am Arbeitsplatz, bei Freizeitaktivitäten.
Als Frauen und Männer und Liebende, als Arbeitende, Reisende und Eltern und Kinder. Genau wie alle anderen Menschen auch.
Der Begriff Persönliche Assistenz steht für jede Art der persönlichen Hilfe, die ermöglicht, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu führen.
Persönliche Assistenz umfasst unter anderem folgende Bereiche:
Unterstützung und Hilfe bei den "basic-needs" (Körperpflege etc),
bei der Haushaltsführung,
in der Freizeit,
am Arbeitsplatz sowie,
Hilfe und Unterstützung zur Erhaltung der Gesundheit
Von Persönlicher Assistenz spricht man dann, wenn die KundInnen die notwendigen Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben mit Persönlicher Assistenz in ihren Händen haben, bzw. wieder zurückerlangen. Das bedeutet, einfach gesagt, selbst entscheiden WER, WANN, WO und WIE die Persönliche Assistenz leistet und die Kompetenz darüber haben wer wofür wie viel bezahlt bekommt.
In der Praxis bedeutet das für einen behinderten Menschen z.B.: ich kann bestimmen wann ich schlafen gehen will und wann ich aufstehe, ich kann mit einer Person meiner Wahl auf die Toilette gehen, ich kann essen was und wann ich will, ich entscheide welche Personen für mich arbeiten, etc
Persönliche Assistenz ermöglicht ein hohes Maß an Wahrung der Privatsphäre und versetzt behinderte Menschen in die Lage, ihr Leben nach eigenem Lebensstil zu gestalten.
Persönliche Assistenz bedeutet die Umverteilung der Macht von Institutionen zu den Betroffenen.
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Kompetenzen
Notwendige Kompetenzen für ein Selbstbestimmtes Leben mit Persönlicher Assistenz:
Anleitungskompetenz: KundInnen sagen wie die Assistenz zu verrichten ist. Sie lernen die AssistentInnen selbst für die benötigten Hilfeleistungen an. Sie wissen am besten, welche Assistenzleistungen sie in welchem Umfang benötigen. Sie sind ExpertInnen in eigener Sache.
Raumkompetenz: KundInnen bestimmen wo Assistenz erfolgt, an welchem Ort die Assistenz erbracht wird (z. B. in der eigenen Wohnung, am Urlaubsort, am Arbeitsplatz, bei Besuchen bei FreundInnen und Familienangehörigen).
Organisationskompetenz: KundInnen legen Zeiten fest wann Assistenz erfolgt, der Assistenzplan wird nach dem Tagesablauf und Lebensstil der KundInnen eingeteilt.
Personalkompetenz: KundInnen bestimmen wer Assistenz leistet, sie wählen AssistentInnen aus.
Finanzkompetenz: KundInnen bestimmen Zahlungsmodalitäten und kontrollieren die Verwendung der ihnen zustehenden Finanzmittel, wie z.B. Leistungen aus dem Bundespflegegeldgesetz.
Die WAG unterstützt die KundInnen in ihren Kompetenzen mit laufender Beratung und Reflexion und einem regelmäßigen Fortbildungsangebot. Ein Fixpunkt ist die Seminarreihe „Managen will gelernt sein“, die alle KundInnen besuchen. Dies ist eine Voraussetzung, um die erforderlichen Kompetenzen für Persönliche Assistenz zu erlernen und auszubauen.
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weitere Informationen
Persönliche Assistenz ist ein Modell, dass die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung entwickelt hat.
Ausgehend vom Paradigmenwechsel stellt es behinderte Menschen als ExpertInnen in ihren eigenen Sache in die Rolle
der Selbstvertretung und
Selbstorganisation
Persönliche Assistenz ist eine Organisationsform von Hilfen für Menschen mit Behinderung, die
Fremdbestimmung reduziert und
Selbstbestimmung und Selbstverantwortung ermöglicht
Persönliche Assistenz ist ein Instrument, das
Chancengleichheit ermöglicht und
Diskriminierung abbaut
Ein Angebot von Persönliche Assistenz entspricht dem Anspruch innovativer Behindertenpolitik.
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Wie komme ich zur Persönlichen Assistenz
Die WAG berät und unterstützt behinderte Menschen, die im Alltag Hilfen brauchen und mit Persönlicher Assistenz selbstbestimmt und eigenverantwortlich leben wollen.
Sie sind bei uns richtig, wenn Sie
durch Persönliche Assistenz, insbesondere durch Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz (PAA), einer beruflichen Tätigkeit oder einer Berufsausbildung nachgehen bzw. die Qualität ihrer Arbeit steigern können
im Leben mit Persönlicher Assistenz eine Möglichkeit sehen, nicht mehr im Heim, sondern in der eigenen Wohnung zu leben
derzeit in ihren Familien betreut werden und von ihren Angehörigen mittels Persönlicher Assistenz (schrittweise) unabhängig werden wollen
derzeit Betreuung durch soziale Dienste erfahren, und durch diese Dienste ihre Bedürfnisse in Quantität und Qualität nicht befriedigt sehen
schon jetzt mit Persönlicher Assistenz leben und das Service der WAG wollen.
Vor der Dienstleistung der Persönlichen Assistenz bietet die WAG ausführliche Beratungsgespräche, um Erwartungen zu klären und den individuellen Assistenzbedarf zu erarbeiten. Danach können bei den zuständigen Behörden Anträge gestellt werden.
Für den Lebensbereich Arbeit und Berufsausbildung sind für die Finanzierung die Landesstellen des Bundessozialamtes zuständig. Für alle anderen Lebensbereiche das jeweilige Bundesland.
Die Assistenzgenossenschaft koordiniert die regelmäßig stattfindenden Assistenzkonferenzen. In der Assistenzkonferenz wird über das Ausmaß an Persönlicher Assistenz am Arbeitsplatz (PAA) von behinderten Menschen entschieden.
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Ein vom Bundessozialamt/Landesstelle Wien gefördertes Projekt aus Mitteln der Beschäftigungsoffensive der österreichischen Bundesregierung und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
